Literaturempfehlungen

Buchtitel Menschenhandel

Manfred Paulus

„Menschenhandel und Sexsklaverei –
Organisierte Kriminalität im Rotlichtmilieu“

Verlag Promedia Wien 2020, 19,90 Euro

Es ist ein in weiten Teilen kriminelles Milieu, in das der Autor Manfred Paulus seine Leserinnen und Leser entführt, eine ungewöhnliche Reise in die Welt des Frauenhandels und der Kinderpornographie. Dort herrschen Gewalt und Brutalität, die von Schlägen bis zu Morden reichen.

Gemeinsam mit Marietta Hageney, der Leiterin der Frauenorganisation „Solwodi“ in Baden-Württemberg, spürt Paulus nach einem kurzen Rückblick in die Geschichte der Prostitution den „Lieferwegen“ der Frauen- und Kinderhändler nach und erzählt, mit welchen Tricks Mädchen aus Thailand, Nigeria, Rumänien oder Moldawien nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz geschleust und wie ihnen dabei Identität und Würde genommen werden. Besonderes Augenmerk legt er dabei auch auf das bedeutsame Südostkreuz rund um das Schwarze Meer, das als Rekrutierungs- und Transitraum für Frauen dient, die später in deutschen Puffs oder am Straßenstrich landen.

Der Autor

Manfred Paulus, geboren 1943, trat 1963 in den Polizeidienst ein und leitete lange Jahre das Dezernat Sexualdelikte und Rotlichtkriminalität bei der Kriminalpolizei Ulm. Im Auftrag der Europäischen Kommission folgte er den Spuren der Menschenhändler in die Herkunftsländer der verschleppten Frauen und Kinder nach Osteuropa. Seit 2000 lehrt er an unterschiedlichen Polizeihochschulen.

Marietta Hageney, geboren 1961, arbeitet in Präventionsprojekten in Rumänien und Moldawien und leitet die Fraueninitiative „Solwodi“ in Baden-Württemberg.

Buchbestellung über die E-Mail Adresse: paulus.manfred@gmx.de

Rachel Moran

„Was vom Menschen übrig bleibt – Die Wahrheit über Prostitution

Tectum-Verlag Marburg 2015, 17,95 Euro

Die irische Autorin Rachel Moran tritt an gegen das Prostitutionsestablishment. Ihr brillanter und international hochgelobter Bericht, der nun erstmalig in deutscher Sprache vorliegt, entlarvt die romantisierenden Vorstellungen von der „selbstbestimmten Hure“. Er wendet sich gegen eine Scheinliberalität in der Prostitutionsgesetzgebung, die es unmöglich macht, Frauen vor dem Weg in ein ausbeuterisches „Gewerbe“ effektiv zu schützen.

Moran weiß aus eigenem Erleben, wovon sie spricht. Als obdachlose Heranwachsende geriet sie in den Strudel der Prostitution und konnte sich erst sieben Jahre später aus eigener Kraft daraus befreien. Als Überlebende ist sie dieser Parallelwelt entkommen und liefert uns in ihrem Buch nun Innenansichten einer zerstörerischen Lebensweise. Mit den sensiblen Einsichten einer Betroffenen und der virtuosen Sprachmächtigkeit der geschulten Journalistin führt sie in die Gesetzmäßigkeiten einer Tabuzone ein, aus der keine Frau unbeschadet zurückkehrt. Moran befragt nicht nur ihren eigenen Weg in die Prostitution und ihre Erfahrungen als Prostituierte. Sie nimmt dieses Feld als Ganzes in den Blick, seine offenen und verdeckten Mechanismen der Abwertung und der Gewalt. Ihr Bericht macht deutlich: Der Handel mit Frauenkörpern ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde und eine Form des sexuellen Missbrauchs. Und: Die öffentliche Debatte über Prostitution wird in Zukunft anders geführt werden müssen.

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